Ungedämmte Altbauten sind betriebskostenintensiv und unkomfortabel. Dazu kommt, dass die Außenfassade z.B. bei denkmalgeschützten Gebäuden in der Regel nicht verändert werden darf.
Eine Wärmedämmung kann deshalb nur innen aufgebracht werden.
Durch Innendämmungen kühlt das bestehende Mauerwerk aus.
Bei herkömmlichen Platten- oder Mattendämmstoffen kommt es zu Kondensat in den Lufträumen zwischen Dämmung und Mauerwerk,
das nur in den seltensten Fällen eine ebene Oberfläche bildet. Die Bausubstanz wird dadurch durchfeuchtet und geschädigt. Innendämmungen wurden daher immer als problematisch angesehen.
Die Lösung für Altbaudämmung
In einem Projekt der Programmlinie „Haus der Zukunft“, wurde in Zusammenarbeit mit dem Zellulosewerk CPH in Hartberg, der TU Graz und der TU Dresden das Innendämmsystem RENOCELL entwickelt, ein tragfähiges, verputzbares Wandsystem aus Zellulosefaser , die zur Zeit überwiegend als Einblasdämmstoff verwendet wird. In Kooperation mit einem führenden Putzhersteller wurde das System vervollständigt.
Die gesprühte, verputzte Zellulosedämmung bildet ein kapillaraktives Innendämmsystem , bei welchem Tauwasser an einer definierten Stelle ausfallen und durch die Eigenschaften der verwendeten Komponenten schnell wieder an den Innenraum abgegeben werden kann.
Die gesprühte Zellulosedämmung passt sich jeder Unebenheit nahtlos an. Das tragende Mauerwerk bleibt trocken. Optisch können z.B. Rundungen beibehalten werden – die diesen alten Bauwerken ihren unvergleichlichen Charakter geben.
Vorteile und Eigenschaften
- die Oberflächentemperatur wird höher - Räume behaglicher
- wesentlich kürzere Aufheizzeiten
- verbesserter Schallschutz
- Energieeinsparung >> Senkung der Heizkosten
- Wertsteigerung des Gebäudes
- Zeit- und Kostenersparnis gegenüber anderen Systemen
- tragfähiges, verputzbares Wandsystem
- flexible Verarbeitung
- kapillaraktives Innendämmsystem
- ohne Dampfbremse
- Mauerwerk bleibt trocken
Einfache Verarbeitung
- auf allen bestehenden Putzuntergründen anwendbar (ausser Gips)
- neue Elektroleitungen können problemlos eingearbeitet werden
- starke Wandneigungen und Unebenheiten werden ausgeglichen
- einfache Umsetzung von Schlüsselstellen z.B. Fensterleibungen
- Einbau einer Wandheizung möglich
Wie verarbeiten wir RENOCELL?
Mauerwerk auf Tragfähigkeit prüfen
Um die Tragfähigkeit der Innendämmung zu gewährleisten, ist es notwendig den bestehenden Putz von sogenannten Trennschichten wie Fliesen und Tapeten zu entfernen. Lose Putzteile müssen entfernt werden. Nach einer groben Straubreinigung der Oberfläche kann mit dem nächsten Arbeitsschritt begonnen werden.
Abkleben von Wandöffnungen
Durch den feinen Wasser-Leim-Nebel ist es notwendig alle Wandöffnungen und sichtbaren Elemente mit einer Plane abzudecken. Ein nachträgliches Reinigen wird somit verhindert und der Verarbeiter kann problemlos alle Flächen sprühen. Sichtbalken im Deckenbereich müssen ebenfalls abgedeckt werden, sollten später im Wohnraum die Holzflächen sichtbar bleiben. Für das Verkleben der Fenster werden spezielle Putzklebebänder verwendet.
Aufstellen der Faulenzer
Durch das Aufstellen der Faulenzer können Wandneigungen ausgeglichen und die Flucht wieder im Lot hergestellt werden. Das anschließende Sprühen ermöglicht den Ausgleich vorhandener Wandunebenheiten. Die Faulenzer sind Eisenstangen mit Federausteifung und werdem einfach im Achsabstand von 90 cm versetzt.
Sprühvorgang
Nun werden die einzelnen Felder nach und nach ausgesprüht. Das Zellulose-Wasser-Leim-Gemisch wird direkt auf den Untergrund aufgetragen. In einem Arbeitsgang wird eine Schichtstärke von bis zu 20 cm hergestellt. Durch das nachträgliche Abfräsen wird die geforderte Schichtstärke erreicht.
Das Wasser-Leim-Gemisch wird zuvor in einem 200 l Fass im Verhältnis 1:10 angemischt. Die Hochdruckpumpe befördert mit einem Ausgangsdruck von ca. 30 bar das Gemisch zur Düse, wo es durch die Düsen zu einem Nebel zerstäubt wird. Parallel befürdert die Einblasmaschine die zerkleinerte Zellulose über den Förderschlauch zu unserem Verarbeiter. Direkt nach dem Sprühvorgang bzw. noch während dessen kann mit dem Abfräsen der überstehenden Zellulose begonnen werden.
Abfräsen
Mittels einer Abziehfräse wird die überschüssige Zellulose abgefräst. Unregelmäßige Stellen können hier noch nachgesprüht werden. Die Faulenzer dienen hier nun als Führungschienen für die Fräse.
Sobald zwei Felder fertig abgezogen wurden, können die Faulenzer entfernt und die dadurch entstandenen Lücken ausgesprüht werden. Die überstehende Zellulose wird hier anschließend wieder abgefräst. Als Schiene dienen hier einfache Siebdruckplatten, die seitlich direkt an die Zellulose gestellt werden, wo bereits eine plane Oberfläche gefräst wurde.
Verputzen
Nachdem die Innendämmung durchgetrocknet und ausgehärtet ist (Dauer zwischen ein bis zwei Wochen) kann mit dem Auftrag des Systemputzes begonnen werden. Der entwickelte Systemputz ist G4 tauglich und wird in 25 kg Säcken auf Paletten angeliefert.
Nach der ersten Putzschicht wird am darauffolgenden Tag das Amierungsgewebe eingeschlemmt. Darauf folgt die letzte Putzschicht. Der Gesamte Putz hat dann eine Gesamtstärke von ca. 15 mm. Nach der Austrocknung des Putzes können die Wände entweder mit einer Kalkfarbe weiterverarbeitet werden oder direkt mit der Systemfarbe für Innen (Silikat- oder mineralische Dispersionsfarbe) ausgemalt werden.
Technische Daten
| Eigenschaft | RENOCELL |
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Bezeichnung |
RENOCELL Innendämmsystem Innendämmung ohne Dampfbremse |
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Hauptbestandteil |
ISOCELL Zellulosefaser |
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Zulassungen |
ETZ ETA - 06/0076; Z-23.11 - 1236 |
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Brandschutz und Fungizid |
100 mm / B - s2, d0 bzw. 40 mm |
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Die unten angegebenen Werte sind während der Versuchsphase des Projektes „Zellulose-Innendämmung ohne Dampfsperre“ im Rahmen der Programmlinie „Haus der Zukunft“ ermittelte Messwerte, bzw. Werte die aus Prüfungen der ISOCELL Zellulose entnommen sind. Standardisierte Prüfungen des Gesamtsystems nach Norm sind in Vorbereitung.
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Wärmeleitzahl λ (Messwert) des Systems |
0,052 W/mK |
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Gesamtporösität |
ca. 94 % |
| Trockenraumdichte |
ca. 93 kg/m³ |
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Wasserdampfdiffusionswiderstand µ |
ca. 2,4 |
| spezifische Wärmekapazität | 2005 J/kgK |
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Stand: Juni 2009/ AZ |
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